«I'm Billy 'fucking' Idol»

28. Nov 2005 14:24

Billy Idol
Billy Idol
Foto: AP
Punkrocker Billy Idol ist nach zwölf Jahren wieder auf Tournee. Das Comeback ist fulminant, die Fans sind begeistert.

Von Karen Metzger

Er ist wieder da, und er ist besser denn je. Das Saallicht geht aus, dann ruft Billy Idol über die noch dunkle Bühne: «I'm coming and hell is coming with me». Dann kommt er - in einer knallengen Lederhose und mit derselben wasserstoffblonden Punkfrisur wie vor 20 Jahren. Mit dem neuen Song «Super Overdrive» vom aktuellen Album «Devil's Playground» rockt er kräftig los. Die Comeback-Tour startete in Deutschland am Freitag vor einer ausverkauften Halle und 3500 begeisterten Fans in Hannover.

Weiter geht es mit alt bekannten Hits zum Mitsingen aus den achtziger Jahren wie «Dancing with myself», «White Wedding» und «Flash for Fantasy». Dabei reichen oft die ersten Takte, um das Publikum zum Toben zu bringen. In buntes Licht und Blitze getaucht springt der Sänger agil von einer Bühnenseite zur anderen und genießt es sichtlich, dass er nach mehr als einem Jahrzehnt Bühnenpause wieder vor seinen Fans spielt.

Sein typisches Markenzeichen, das höhnische Lippenkräuseln, bleibt den ersten dicht gedrängten Reihen vorbehalten. Die Fans weiter hinten müssen sich mit größeren Gesten begnügen. Und Idol liebt es zu posieren: Mal reckt er die Faust in die Luft, dann baut er sich selbstverliebt in Siegerhaltung auf. Unter großem Gejohle der Zuschauer entledigt er sich lasziv seines T-Shirts, um seinen durchtrainierten Körper zu präsentieren. Ende diesen Monats feiert Idol immerhin seinen 50. Geburtstag.

 

Feuerzeuge bei «Cherie»

 

Nach einem schnellen rockigen Auftakt, lässt der Brite dann auch ein paar ruhigere Töne erklingen und gibt noch einmal Gas vor dem großen Finale. Abgefeiert werden von den Fans natürlich vor allem die alten Stücke, aber auch seine neuen Werke, die ersten seit zwölf Jahren, kommen gut an: «Scream» und «Body Snatcher» regen zum Tanzen an, bei «Cherie» werden vereinzelt die Feuerzeuge gezückt.

Unterstützt wird Idol, der auch selbst gerne zur Akustik-Gitarre greift, von einer dreiköpfigen Band und seinem Freund und langjährigen Gitarristen Steven Stevens. Der bekommt ausreichend Raum, um in mehreren Solo-Nummern zu glänzen.

Die mitreißende Rock'n'Roll-Show zwischen Punk- und Hardrock scheint allen Beteiligten Spaß zu machen. Idol wirft Frisbee-Scheiben ins Publikum, nimmt freundlich Geschenken entgegen und schreibt während der Solis seiner Bandmitglieder sogar fleißig Autogramme.

 

«Nice to be back»

 

Genau 90 Minuten dauert der zeitlose Rock-Zauber. Dann ruft der Edelpunk «I'm Billy «fucking» Idol. It's nice to be back» - es ist schön, zurück zu sein, in den tosenden Applaus und kündigt an, im Jahr 2007 wiederkommen zu wollen. Entlassen werden die Fans mit vier Zugaben, darunter «Mony Mony» und «Hot in the City».

Weitere Tour-Termine
28. November, Frankfurt a.M.
30. November, Leipzig
1. Dezember, Stuttgart
4. Dezember, München
8. Dezember, Düsseldorf (dpa)