Punkrocker Billy Idol heimlich zu Besuch am Potsdamer Platz

Lange nichts gehört von Billy Idol, dem britischen Punkrocker, der mit seinem Hit "Sweet Sixteen" im Jahre 1987 für Furore in deutschen Landen sorgte. Man hat ihn gar nicht mehr auf dem Schirm, da läuft er plötzlich durch die Halle vom Grand Hyatt, schnurstracks ins Restaurant Vox. Bestellt eine Seezunge, für seine Crew gibt's Sushi. Idol wird im Herbst 50, ist aber noch genauso blond wie damals. Was macht er in Berlin?

Er macht Werbung für sein neues Album "Devil's Playground", das am 22. März auf den Markt kommen soll. Drei Nächte ist der gebürtige Londoner in der Stadt gewesen, hat sich ganz still verhalten, ein paar Interviews gegeben und viel Zeit in seiner Grand Suite "Richard Rogers" (Mooreiche-Parkett, kostet 800 Euro pro Nacht) verbracht.

Lieb und höflich ist er geworden, der Rocker. Vorbei scheinen die Zeiten, da Billy Idol Beamte beleidigte, wie noch 1993 am Münchner Flughafen, als er sich nicht durchsuchen lassen wollte. Man kann sich auch nur noch schwer vorstellen, daß er 1991 von einem weiblichen Fan angezeigt wurde, den er in betrunkenem Zustand mit einem Ring geschlagen haben soll.

Während seines Kurzbesuchs in Berlin jedenfalls zeigte sich Billy Idol, der eigentlich auf den Namen William Broad getauft wurde, inzwischen nur noch von einer Schmuseseite. Freundlich nickend bewegt er sich durchs Nobelhotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz, wo er weitestgehend unerkannt bleibt, was ihn nicht stört. Wenngleich er sich freut, daß der eine oder andere doch guckt.

Sonderwünsche hat der einstige musikalische Super-Star (letzter Tonträger war im Jahr 2001 seine "Greatest Hits") in seinem Berliner Hotel keine geäußert, nicht einmal den Wellness- und Fitneßbereich des "Olympus" hat Idol genutzt.

Gestern nachmittag flog Idol zurück ins heimatliche Los Angeles. Aber mit seinem neuen Album plant er eine Europa-Tournee, die ihn wieder nach Berlin führen soll. Franziska v. Mutius


Artikel erschienen am Do, 3. Februar 2005