BILLY IDOL feat. STEVE STEVENS on the guitar



The Devil´s Playground Tour„Kinder haltet eure Eltern fest! Billy Idol is back!“

25.11.05
„Irgendwie bin ich nervös. Ich habe keine Ahnung wie ich mir das Konzert vorstellen soll. Meine einzigen Konzerte beliefen sich gerade mal auf ein André Rieu und ein Modern Talking Konzert, aber ein Rockkonzert?! Es ist immerhin nicht irgendein Konzert, sondern ein Konzert das Hardrock mit Punk verbindet.“ (Tagebuch Eintrag vom 25.11 um 8.15h)

Auf dem Schützenplatzparkplatz fanden wir eine Möglichkeit unserer Auto abzustellen. Ich weiß zwar nicht genau was ich für eine Altersklasse erwartet hatte, aber Menschen im Alter von sechszehn bis fast siebzig Jahren da anzutreffen war für mich schon faszinierend. Unter ihnen befanden sich auch reichlich billige Billy Idol Verschnitte. Die einzige Ähnlichkeit die sie mit ihrem Idol hatten, war wohl die ungefähr gleiche Faltenanzahl in ihren Gesichtern, die Lederklamotten und die ultra blond gefärbten Haare. Eigentlich hätte an diesen Ich-seh-aus-wie-Billy-Idol Verschnitten nur noch das Schild „Made in Taiwan“ gefehlt. Aber das gehört wohl zu einem Konzert dazu.

In der AWD – Hall war ich bisher nur ein einziges Mal gewesen und zwar zu Holiday on Ice. Aber die AWD - Hall hatte sich in eine stattliche Konzerthalle verwandelt. Man konnte entweder auf der Tribüne Platz nehmen oder sich direkt vor die Bühne stellen. Da wir aber auch noch was sehen wollten, entschieden wir uns für die Tribünen und dank den Klappsitzen war genug Platz zum mit tanzen geschaffen. Vereinzelt sah man sogar ein paar gealterte Punks rum laufen.

20:05 Uhr erlosch das Licht in der Konzerthalle und begann das Publikum zu jubeln. Schemenhaft konnte man die Kontur von Billy Idol auf der dunklen Bühne wahr nehmen, bevor er sein erstes Lied schmetterte. Er ließ es sich nicht nehmen seine Band vorzustellen und neben bei ein paar Witze zu reißen. Mit jeder Sekunde die verging wurde das Konzert immer besser. Obwohl es einige Tanzmuffel gab, nickten sie doch alle mit dem Kopf zum Takt.

Manche Lieder hatten soviel Bums, dass ich das Gefühl hatte, dass mir ein Presslufthammer auf der Brust sitzt. Aber das hielt mich nicht vom tanzen ab. Ich war so hin und weg von dem Konzert, dass ich teilweise vergessen hatte zu atmen. Erst als meine Lunge begann zu brennen merkte ich, dass ihr Sauerstoff fehlte.

Billy Idol und Steve Stevens lieferten eine geile Show ab. Jedes Bandmitglied brachte mit seinem Instrument ein Solo, dass einem vor Staunen die Kinnlade auf den Boden knallte. Während eines Liedes tauschte der eine Schlagzeuger mit einem anderen, weil er nicht mehr spielen konnte. Vor manchen alten und neuen Liedern erzählte Billy Idol Short Stories, wie es zu dem Song kam, worum er handelt oder weshalb er in einer deutschen Serie nicht gespielt wurde. Nebenbei signierte Idol alles was man ihm auf die Bühne warf und als er dann anfing sein Oberteil auszuziehen tobte der Saal. Erst zeigte er immer nur ein Stück von seinem gestähltem Bauch, doch das Publikum jubelte und grölte immer lauter je höher er sein T- Shirt zog. Das dabei entblößte Six-Pack heizte das Publikum noch mehr an. So eine geile Figur hatte niemand erwartet, sodass ich schon mit dem Gedanken gespielt habe nicht doch irgendwann mal ein Groupie zu werden.

Als das Konzert langsam dem Ende zu ging, war das ganze Publikum so aufgeheizt, dass man das gedonner der tanzenden Füssen spüren konnte. Ich war so ausgelassen, dass ich das Gefühl bekam meine Eingeweide müssten sich gleich den Weg nach draußen bahnen. Mit dem letzten Lied begann die AWD – Hall zu beben. „Rebel Yell“ schlug ein wie eine Bombe.

Die Zugaben wurden durch Gitarren und Schlagzeugsolos in eine unglaublich schöne Länge gezogen. Zum Abschluss warf Billy Idol noch ein Paar signierte Sticks ins Publikum. Bedankte sich bei seiner Band, die ein mega Applaus vom Publikum bekam. Doch den lautesten und bebensten Applaus bekam ein strahlender Billy Idol.

Dieses Konzert war der absloute Hammer und teilweise besser als Sex (^ _ -)!

periquito