Hölle sei mit ihm - Furioses Comeback für Billy Idol
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Er ist wieder da und er ist besser denn je: Superpünktlich um acht Uhr geht das Saallicht aus, dann ruft Billy Idol über die noch dunkle Bühne: 'I'm coming and hell is coming with me'.

 

Und er kommt - in einer knallengen Lederhose und mit derselben wasserstoffblonden Punkfrisur wie früher. Mit dem neuen Song 'Super Overdrive' vom aktuellen Album 'Devil's Playground' rockt er kräftig los. Die Comeback-Tour startete in Deutschland am Freitag vor einer ausverkauften Halle und 3 500 begeisterten Fans in Hannover.

Weiter geht es mit alt bekannten Hits zum Mitsingen aus den 80er Jahren wie 'Dancing with myself', 'White Wedding' und 'Flash for Fantasy'. Dabei reichen oft die ersten Takte, um das Publikum zum Toben zu bringen. In buntes Licht und Lichtblitze getaucht springt der Sänger agil von einer Bühnenseite zur anderen und genießt es sichtlich, dass er nach mehr als einem Jahrzehnt wieder vor seinen Fans spielt.

Sein typisches Markenzeichen, das höhnische Lippenkräuseln, bleibt den ersten dicht gedrängten Reihen vorbehalten. Die Fans weiter hinten müssen sich mit größeren Gesten begnügen. Und Billy Idol liebt es zu posen: Mal reckt er die Faust in die Luft, dann baut er sich selbstverliebt in Siegerhaltung auf. Unter großem Gejohle des Publikums entledigt er sich lasziv seines T-Shirts, um seinen durchtrainierten Körper zu präsentieren. Es ist der Körper eines Mannes, der Ende diesen Monats seinen 50. Geburtstag feiert.

Allerorts werden Foto-Handys gezückt, um die großen Momente festzuhalten. Ganz der routinierte Profi, heizt der gebürtige Brite sein Publikum erst ordentlich mit schnellen rockigen Songs an. Dann lässt er auch ein paar ruhigere Töne erklingen und gibt noch einmal Gas vor dem großen Finale. Abgefeiert werden von den Fans natürlich vor allem die alten Stücke, aber auch seine neuen Werke, die ersten seit zwölf Jahren, kommen gut an. Das Publikum tanzt bei temporeichen Nummern wie 'Scream' und 'Body Snatcher' mit und zückt beim ruhig-melodischen 'Cherie' vereinzelt die Feuerzeuge.

Unterstützt wird Idol, der auch selbst gerne zur Akustik-Gitarre greift, durch eine dreiköpfige Band und seinen Freund und langjährigen Gitarristen Steven Stevens. Der bekommt genug Raum, um in mehreren Solo-Nummern zu glänzen.

Die mitreißende Rock'n'Roll-Show zwischen Punk- und Hardrock-Musik scheint allen Beteiligten Spaß zu machen. Idol wirft Frisbee-Scheiben ins Publikum, nimmt freundlich Geschenken entgegen und schreibt während der Solis seiner Bandmitglieder sogar fleißig Autogramme.

Genau 90 Minuten dauert der zeitlose Rock-Zauber. Dann ruft der Edelpunk 'I'm Billy 'fucking' Idol. It's nice to be back' - es ist schön, zurück zu sein, in den tosenden Applaus und kündigt an, im Jahr 2007 wiederkommen zu wollen. Entlassen werden die ausgelassenen Fans mit vier Zugaben, darunter 'Mony Mony' und 'Hot in the City'.